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Der Betrieb

Auf den ersten Blick sieht Hunkelers IP-Betrieb typisch aus für diese römisch-katholische Gegend im Luzernischen. 22-24 Kühe, 130 000 Kilo Milchproduktion, 18 bis 20 Wollschweinmuttersauen mit zwei Ebern, fünf Pensionspferde und ein eigenes, 35 000 Franken Direktzahlungen pro Jahr. Aber dann dies: Hunkeler lässt auf seinem Vollweidebetrieb seine Kühe saisonal abkalbern – er integriert die Milchproduktion mit den Nutztieren in die Natur, um mit möglichst wenig Fremdaufwand zu einem guten Ertrag zu kommen. Und das:
17 000 Franken Abgeltungen von Naturschutzorganisationen bei 40 Prozent Ökofläche. Davon rund sechs ha im nahen Naturschutzgebiet Wauwilermoos. Hier wird die Artenvielfalt gepflegt.

 

Aber trotzdem: er sei kein Landschaftspfleger, wehrt sich Hunkeler: «Ich bin Bauer. Ich produziere Lebensmittel und Dienstleistungen. Das lässt sich nicht trennen. Diese sechs ha Ökofläche sind eine wichtige Komponente in meiner Milchproduktion. Viele Bauern würden sie als Hemmnis anschauen. Wir haben es in unserem System zu einer Chance gemacht. Hier wächst Futter, das sehr gut für den Vollweidebetrieb geeignet ist. Den ersten mageren Heuschnitt kann ich für die Galtphase im Dezember und Januar einsetzen. Und dort drüben Emmer für Brote.»

 

Gleichzeitig leben hier zehn Heuschrecken-Arten, Kreuzkröten, Neuntöter, Wachteln, Wasservögel und hoffentlich bald auch wieder das Braunkehlchen.